Als wir "Zivilisierten" nach Nordamerika kamen, gab es dort unzählige indianische Völker mit den verschiedensten Kulturen von "steinzeitlichen Verhältnissen" über Nomaden, Ackerbauern und den beinahe städtischen Pueblos.

Manche dieser Stämme lebten in losen Sippenverbänden, einige besassen ein differenziertes Gesellschaftssystem. Viele dieser Systeme waren auf demokratischen Grundsätzen aufgebaut, die Europa noch gar nicht kannte.

Mit der Eroberung durch die "Weissen" wurde die Entwicklung der Kulturen grausam unterbrochen.

Was uns dadurch verlorenging, beginnen wir erst jetzt zu erahnen.

Im Gegensatz zu unserem Denken - für uns ist oder war der Mensch der "Herr der Schöpfung", der gnadenlos die Ressourcen der Erde ausbeutet, fühlt sich der Indianer als Teil der Schöpfung - für ihn lebt die Schöpfung, sei es nun, Erde, Wasser, Stein, Pflanze, Tier oder Mensch. Deshalb ist das Verhältnis des Indianers von einem Respekt bestimmt, den wir nicht besitzen.

Wären wir nicht als Eroberer gekommen, der gnadenlos die Ressourcen ausbeuten wollte, wären wir toleranter aufnahme-und lernfähiger gewesen, vielleicht sehe unser Leben und unsere Umwelt heute anders aus.

Erst heute, da sich unsere Rücksichtslosigkeit gegen uns selbst zu wenden beginnt, uns selber zu zerstören droht, können wir den Schmerz und die Verzweiflung der indianischen Völker begreifen, die zusehen mussten, wie alles, was ihnen heilig war ebenso wenig geachtet wurde, wie sie selbst.

Ich habe irgendwann gemerkt, dass ich selbst in vielen Dingen " indianisch" denke. Das macht mich nicht zu einem und ich gehöre somit nicht zu den Leuten, die sich ein Tipi von der Stange kaufen, Kräuter rauchen und Sioux spielen.

Aber es macht mich zum Sympathisanten und zum Forscher des Fremden, das doch so vertraut vorkommt, ja und es macht mich manchmal zum Gläubigen....

Ich weiss, das viele Indianer diesem "Treiben" mit Skepsis und Ablehnung gegenüberstehen. Das tue ich auch, solange es um den Wahn eines "pseudo-religiösen Native-Budhismus" geht, aber wie schrieb John Twobirds Arbuckle 1978 in den Akwesasne Notes:

Ich kann es mir nicht vorstellen,

ein Volk ohne Zuhaus

und doch sehe ich täglich

wie sie ziellos umherirren

wie sie verzweifelt nach Wurzeln und Dingen suchen

die ihrem Leben einen Sinn geben sollen.

Armer weißer Mann

in deiner Wut in deinem Glanz

hast du dein Erbe verloren

jetzt willst du meines

da

nimm es

ich habe noch mehr...